Ich weiß nicht genau, wo ich mich gerade befinde. Ich taumle orientierungslos hin und her. Vom Christentum enttäuscht und vom “Satanismus” ver*rscht. Ich versuche herauszufinden, klar zu definieren, an was ich glaube und an was nicht. Ich will jetzt nicht herausfinden, an welche Religion ich glaube, nein ich möchte klar vor meinen Augen sehen können, wie meine Einstellung zum Leben/Tod in einer “religiösen” Dimension ist.
Ich denke mein Wissen und mein Glauben leitet sich aus vielem ab, lässt sich aber nicht in eine Richtung zuordnen. Ich mag es nicht wenn jemand sagt “Du bist Satanist” und ich selbst sage auch nicht “Ich bin Atheist”. Momentan bejahe oder verneine ich vieles, hab aber noch nicht…sagen wir..den richtigen Weg gefunden.
Ich sollte vielleicht nicht sagen, dass ich von Satanisten ver*rscht wurde, lieber von Pseudos.. nicht dass mich jemand missversteht. Wirklicher Satanismus ist für mich in weiten Teilen eine akzeptable Glaubenseinstellung. Ich betone “wirklicher” Satanismus. Bis ich zu Pseudosatanisten Kontakt hatte, dachte ich genauso wie der Großteil der Menschen, dass Satanismus Opfer, Gewalt, Sex, Schwarze Messen und Antichrist bedeutet und einfach keinen Zugang zur Gesellschaft finden dürfte.
Nachdem ich solche Leute kennen gelernt hatte ( solche, die sich für Satanisten halten und Spaß an Gewalt haben) habe ich mich zwangsweise näher mit dem Thema Satanismus befasst. Beinahe zu spät habe ich begriffen, dass das was die Pseudos unter Satanismus verstehen, einfach falsch und ein Märchen ist. Diese Pseudos (die ich kannte, gibt denke ich regionale Unterschiede) haben es vorgezogen, die Babys von geschwängerten Frauen einem Wesen namens Satan zu opfern . Bei diesen Gedanken schrillen bei mir schon zwei Alarmglocken und ich könnte vor Wut fast ausrasten.
1. In den elf satanischen Regeln von Anton Szandor LaVey (für alle dies nicht wissen, er hat die Church of Satan gegründet und für mich ist er teilweise der einzige (bis jetzt) der weiß und versteht worum es im Satanismus wirklich geht) steht klar und deutlich “9. Do not harm little children”. Das ist sowas wie die zehn Gebote nur für Satanisten, die how-to-behave-Liste.
Die Pseudos berufen sich doch teilweise auch auf die Theorie und nicht nur die Praxis im Satanismus. Wieso überlesen sie das nur so kalt? Vielleicht weil sie nicht begreifen wollen, dass Satanismus nicht so ist, wie sie ihn ausleben?
2. Wem opfern sie die Babys?Satan? Darf ich mal lachen? Im wirklichen Satanismus (siehe LaVey) ist nie die Rede von einem Wesen. Satan taucht auf, ja, aber der Grundgedanke, der dahinter steckt heißt ja: Satanismus ist die Verkörperung von Macht. “Hier gehts nicht um Religion sondern nur blanke Macht”. Ziel eines Satanisten ist mächtig zu sein, dass er die satanische Verkörperung wird. Das ist ein ziemlich egoistisches Ziel, aber ich habe ja nicht gesagt, dass Satanismus toll und schön ist.
Was ich irgendwann erreichen will, ist dass normal sterbliche Menschen (also ca.98% der Menschen) ihre Vorurteile über Satanismus vergessen bzw. sich ersteinmal informieren was das ist bevor sie das Maul aufmachen und sagen: Satanisten trinken Blut und hocken nachts auf Friedhöfen. Doch bis die Menschen das vielleicht begreifen, bis dorthin wird noch ein langer, steiniger Weg sein. Und solange es noch solche Pseudos gibt, die den Satanismus fehlinterpretieren und ihn absichtlich in der Öffentlichkeit so “schlecht” dastehen lassen, kann man auch die Vorurteile nicht eliminieren. Das macht mich rasend. Ich will einfach nur, dass der Satanismus akzeptiert wird und nicht jeder schlecht über dich denkt oder dich benachteiligt/sogar hasst, nur wenn du sagst du glaubst an satanische Grundsätze.
Ein Problem, wieso es noch so schwer ist, diese Vorurteile zu löschen, ist, dass es eine Art Satanismus schon vor dem Christentum und der Bibel gab, nur nicht so genannt wurde. Erst mit der Bibel gibt es Luzifer, und da übernimmt er erst die Rolle des Lieblingsengels Gottes, dann den Part des Bösen, des Antichristen. Doch anstatt, dass Satanisten von Pseudos Unterstützung bekommen leben sie ihren Satanismus frei aus und zwar nicht wie LaVey ihn definiert sondern wie es die Bibel tut.
LaVey sagte mal:” Viele der sogenannten Satanisten scheinen mir im Grunde genommen Christen zu sein, sie definieren den Satanismus nach christlichen Maßstäben” (Lords of Chaos S.277) Da geb ich ihm Recht. Genau das ist das Problem an der ganzen Sache mit der negativen Sicht auf den Satanismus. LaVey sagte auch mal, dass” der jugendliche Satanismus eine Extremform des Christentums sei, in der Heiterkeit,Wahrheit und Ehrlichkeit Gott ins Gegenteil zu verkehren” (Lords of Chaos S.416) Ein weiteres Problem ist eben auch die Jugend. Pseudosatanismus ist größtenteils ein Jugendphänomen………
( Fortsetzung folgt, wann kann ich nicht sagen, irgendwann wenn ich bereit bin darüber weiter zu schreiben)