Seit langem hab ich versprochen, meinen Artikel vom Februar 2009 ^^ weiterzuschreiben. Wenns um Ideologien geht oder in Richtung Glauben, ist mir immer noch einiges nicht wirklich klar, kurz um, ich ordne mich noch als ungläubig ein, im weitesten Sinne. Zurzeit beschäftigen mich sehr viele Gedanken mit diesem „Thema“ und Erinnerungen aus meiner Vergangenheit werden schmerzlich bewusst.
Ich hab versucht, Motive zu finden, wieso Menschen zu Satanismus finden und was sie dort hält. Antworten habe ich in einigen Büchern gefunden. Das Schwierige daran ist, dass man sehr viele Bücher darüber lesen kann und jedes schreibt etwas anderes, im Endeffekt hat Satanismus sehr viele Gesichter und man sollte keinem der Bücher wirklich zu 100% Glauben schenken (allein schon jede „satanische“ Gruppierung oder jeder Orden hat eigene Ansichten darüber, was Satanismus eigentlich ist und was es heißt Satanist zu sein). Was folgt, ist ein Balanceakt zwischen der Wahrheit und der „Sensationshascherei“ und „Schwarzmalerei“, welche die Bücher vermitteln. Nun zurück zu den Motiven, wieso man Sympathien mit „Satan“ eingeht. Was ich in vielen Büchern gefunden habe, ist der Grund, der vor allem Jugendliche betrifft. Man flüchtet sich in eine solche Organisation, weil man auf der Seite eines Starken sein möchte, der von seiner Macht abgibt und einen selbst stärker und mächtiger macht. Sozusagen eine Flucht aus seinen Problemen. Durch diese möchte der Jugendliche seine Hilflosigkeit kompensieren. Das Motiv sehe ich als berechtigt, doch was mich stört ist die Ansicht, dass man dadurch seine Hilflosigkeit kompensieren, ja sogar überwinden kann. Folgt man der Theorie der erlernten Hilflosigkeit von Martin Seligmann, hat Hilflosigkeit folgende Konsequenzen: 1. motivationale Defizite (Unfähigkeit zu handeln, Erfolgsdepressionen, Apathie, Passivität und Hemmung), 2. kognitive Defizite ( es ist schwierig zu verstehen, dass das eigene Verhalten diese Reaktion auslöst), 3. affektive Defizite (Störungen des emotionalen Gleichgewichtes führen zu Angst, Depressionen, Aggressivität und Gewalt). Kann man diese Defizite durch die Flucht in eine satanische Gruppierung aufheben? Viele dieser Defizite werden durch den Satanismus noch verstärkt. In gewisser Weise wird man durch ihn unfähig zu handeln, da das „Korsett des Satans“ einen dazu zwingt, nicht kognitiv oder intentionell zu handeln, sondern alleine das zu befolgen, was die Gruppe einen befiehlt. Zudem nimmt in den meisten Fällen der Satanismus einem nicht die Angst oder die Gewalt sondern er führt die Menschen erst dorthin. Der Grund ist die Einstellung und Ansicht desjenigen. Gut, Angst verbietet der Satanismus, da er eine >Vergöttlichung des Selbst < darstellt. Wovor sollte man dann Angst haben? Er ruft indirekt auch zu Gewalt auf, denn ist das darbringen von Opfern ( ich meine hier keine „realen“ Opfer, sondern symbolische ) nicht Gewalt gegen andere oder gegen sich selbst? Ich denke, dass Ganze ist zweischneidig zu sehen. Klar, führt er zu Angst und Gewalt, aber er befreit auch davon, vorerst. Grund ist hier, dass satanische Gruppen eine Bewusstseinskontrolle und Psychomutation bewirken. Die eigene Persönlichkeit ist anfangs noch selbstbestimmt, d.h. man fühlt sich in dieser Gruppe gut, weil ein „Wir-Gefühl“ entwickelt wird, die Macht und das Verständnis der Gruppe beflügeln einen. Folgernd kann man sagen, dass einem anfangs schon die Angst genommen wird, weil man jemanden hat, der auf einen „aufpasst“. Später wird dieses „Aufpassen“ zur Fremdbestimmung der Persönlichkeit. Die Ideologie und die Praxis des Satanismus verstärkt und bestätigt das eigene Verhalten und Denken, das heißt aber auch, die Gruppe achtet auf dich, deine Äußerungen, ja dein ganzes Leben. Kurz: Die Macht, die du bei Eintritt in die Gruppe wolltest, bekommt die Gruppe selbst, und zwar über dich und dein Leben. Dieser Effekt ist auch unter „Dissonanzerfahrung“ bekannt und ich kann das wirklich nur bestätigen. Tust du etwas, was der Gruppe nicht gefällt oder schadet, wirst du Konsequenzen sehen. Wo bleibt dann noch die Selbstbestimmung?
Wo wir gerade bei Konsequenzen sind. Viele Gruppen wenden das „Lernen durch Konsequenzen“ an, kurz -operantes Konditionieren. Aber auch das klassische Konditionieren ist dort zu finden. Vor allem Kinder werden konditioniert. Sie lernen zuerst an einem Bild mit einem Menschen oder einem Tier, diesem die Augen auszustechen, anschließend müssen sie es auf Puppen und Stofftiere übertragen und anschließend auf lebende reale Objekte. Verweigern sie jeweils die Tat, werden sie bestraft, führen sie es aus, werden sie verstärkt bzw. gelobt. Die Kinder lernen, welches Verhalten Strafen und harte Konsequenzen nach sich zieht und lernen daraus, möglichst alles zu tun, nur um diese Konsequenzen zu vermeiden. Macht man das sehr oft und mit verschiedenen Mitteln und Fällen, sind die Kinder nur noch willenlose Konstrukte . Sie tun alles, nur um den Strafen zu entkommen. Die Anwendung der Lehren des Behaviourismus ist hier nicht wirklich gut, aber so behalten die Gruppierungen und Orden ihre Macht. Nun habe ich nur schlechte Seiten aufgezählt, es ist schwer etwas Positives daran zu finden. Der einzige Grund hier wäre einfach, dass man sich in einer Gruppe befindet, die auch auf einen achtet. Gemeint ist damit, dass keiner einem außerhalb der Gruppe etwas Böses kann, da man sie hinter sich hat. Dieses Gefühl allein kann schon mächtig genug sein, um sich dort erstmal wohlzufühlen…..
…..Fortsetzung folgt



























