Mea ratio

Kurz nach dem Amoklauf vom 11.3.09 in Winnenden entflammen wieder die Gespräche über Waffen und Gewaltspiele/filme. Ich hatte neulich auch eine Diskussion mit einer Person zu diesem Thema.

Ich kann nicht leugnen, dass Gewaltspiele/filme dazu beitragen, dass so etwas passiert. Aber nach meiner Meinung trägt vielmehr die Gesellschaft dazu bei. Bei unsrer Diskussion ging mein Gegenüber viel mehr nur auf Spiele und Filme ein, die verboten werden müssen weil einfach die Hemm-,Hirnschwelle bei unsrer heutigen Jugend gesunken ist. Gut, ich stimme zu, es gibt einiges, dass man vielleicht verbieten sollte, aber die andere Frage die sich stellt ist die, dass dieses Verbot unnütz ist. Jeder der solche Filme sehen möchte  holt sich diese  von woanders.

Man kann nach solchen Taten immer auf  den Medien herumreiten aber was ich wichtiger finde ist, dass unsere Gesellschaft nicht in diese Richtung weiterwachsen darf. Eine Ellenbogengesellschaft, eine Ego-Gesellschaft, einfach eine die kaum Rücksicht auf andere Menschen nimmt.  Am Beispiel des Amoklaufes sieht man es ganz deutlich. Der Amokläufer wollte Rache an seinen Mitschülern und Lehrern üben, weil er einfach nach ihrer Sicht nicht in das Ideal eines Jugendlichen  der heutigen Gesellschaft gepasst hat. Viele jugendliche Amokläufer tun diese Tat einfach aus des Grund, dass sie jahrelang gemobbt und ausgegrenzt wurden. Bei so einer Gesellschaft ist das kein Wunder. Ich spreche nicht nur von der deutschen, ich spreche allgemein von den“ industriellen Gesellschaften“. Das Ideal eines Teenagers wird dort herangezüchtet. Alles was nicht in die Norm passt wird niedergemacht und nicht als gleichwertig angesehen.  Da sprechen die Politiker immer von Einhaltung der Menschenrechte in Afrika und sonst wo und sehen nicht einmal , dass hier in Deutschland nicht alle eingehalten werden. Schließlich ist das Diskriminierungsverbot ein Grundrecht und ich sehe dieses Mobbing als Diskriminierung an.

Ich denke, um in Zukunft die Idee eines Amoklaufs vielleicht im Keim ersticken zu können, sollte man nicht unbedingt zuerst bei der Einschränkung von Gewaltspielen und des Waffenrechts anfangen, sondern erst einmal die Gesellschaft auf ihre teilweise unbewussten Taten aufmerksam machen. Eine jahrelange Ausgrenzung und „kein Teil der Gesellschaft sein“  entfacht erst das Hassfeuer in einem potentiellen jugendlichen Amokläufer. Wenn man da früh im Ansatz angreift und das Mobbing vor allem an Schulen verhindert, dann hat man sozusagen zwei Leben gerettet: das eines möglichen hasserfüllten Amokläufers und das eines emotional zerstörten Selbstmörders. Von den Opfern, die bei sowas entstehen, ganz zu schweigen.

Ich denke jedes Individuum kann seinen Teil dazu beitragen, in dem man auf seine Mitmenschen achtet und niemanden diskriminiert. Wenn jeder so handeln würde, dann könnte man vieles in Zukunft verhindern…….

t_a_p_h_o_p_h_o_b_i_a_by_bitchinblack

~ von Katinka am 23 März, 2009.

Eine Antwort to “Mea ratio”

  1. Wir Leben in einer egozentrischen Gesellschaft. Ich schiebe das auch ein wenig dem Zeitgeist zu, der uns genau das „lehrt“. Mischst du dich irgendwo ein, stehst du automatisch unter Feuer.
    Ich behaupte, daß solche Amokläufe wenig mit Spielen und Filmen zu tun haben (aber freilich inspirieren sie!), die Wurzel liegt aber woanders: Bei uns selbst und da müßte sich jeder an die Nase fassen.
    Wenn ich zB im MFC ein Foto eines hübschen Mädchens anschaue, das ziemlich traurig dreinschaut, und darunter die Kommentare von Kerlen lese, bei denen man den Sabber noch vom Montor abputzen muß, dann habe ich die Wahl, es ebenso zu tun, mich rauszuhalten, oder nachzufragen.
    Dasselbe gilt auch für Jungs, die grimmig und traurig zugleich dreinschauen.
    Aber wer will sich schon groß einmischen?

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