henkinen kipu ja särky

Ich war immer der Meinung, dass mein Kopf nicht mehr viel denken kann, wenn ich wochenlang ( halt nein – monatelang) mit Lernen beschäftigt bin.

Das Staatsexamen steht kurz bevor und ich sauge all das Wissen wie ein Schwamm auf, bereit, es alles wieder auszuqetschen wenn ich es dann benötige.

Seit ca. zwei Wochen ist es besonders schlimm. Ich füttere mein Hirn stundenlang mit Wissen und trotzdem ist es nicht satt. Mir ist klar, dass es zu postkognitiven Prozessen führt. Um einzuschlafen, beschäftigen mich zahlreiche Fragen, auf die ich immer noch keine Antwort weiß (etwa in welcher Kristallstruktur kristallisiert AlP oder was nehme ich bei Merrifield-Festphasen anstelle von HF). Als ob das nicht genug ist, schleichen sich wieder Gedanken ein, die garnichts mit dem Lernstress zu tun haben. Gut, mein momentanes Privatleben ist alles andere als leicht oder glücklich, aber es gäbe im Moment eigentlich Wichtigeres als darüber nachzudenken, was Freundschaft/Liebe/Hass ist.  Da mein wertes Gehirn also noch nicht genügend ausgelastet ist, quält es mich in den letzten zwei Wochen mit zusätzlichen Gedanken/Erinnerungen/Emotionen (Vielleicht ist es auch schon ein Anzeichen des Wahnsinns, der sich aus diesem Druck entwickelt). Ich habe in den letzten Wochen in meinem Freundeskreis „aufgeräumt“ und einige „Freunde“ musste ich ziehen lassen, nachdem sich erwiesen hatte, dass sie nicht gut für mich/ich nicht gut für sie war. Bei einigen war die Entscheidung gut, bei manch anderen war sie schmerzhaft, da sie mich immer noch in meinen Träumen/Gedanken heimsuchen. Trotz des Schmerzes denke ich, dass ich mich gerade bei diesen Personen wie ein Wesen mit toten Augen und kaltem Herzen verhalten habe. Ich habe ihnen eine Seite von mir gezeigt, die man nur sieht, wenn man mich zutiefst verletzt/verarscht/hintergangen hat. Ich hasse diese Seite an mir, aber ich behandele andere genauso wie sie mich. Bekomme ich keinen Respekt, bekommen sie auch keinen. Der einzige Unterschied zu ihnen ist, dass ich, egal wie sehr ich verletzt wurde, keine Rache verspüre. Rache verspüre ich nur bei „gewissen Menschen“, die niemals meine Freunde waren (die, die mich kennen, wissen wen ich damit meine!). Durch den Hass, der sich in den letzten Wochen entwickelt hat, war ich nicht ich selbst. Nun bin ich auf dem Weg, das alles abzuschließen, nur bin ich nicht mehr wie zuvor. Ich habe gelernt, Menschen zu vertrauen und ihnen meine Seele zu zeigen, diesen Fehler werde ich nun nicht mehr machen. Der Schmerz hat mich wieder stark gemacht und ich hoffe, dass sich diese Gedanken, die mich zurzeit noch quälen und nicht schlafen lassen, bald in Luft auflösen. Es hat keinen Sinn, ständig über Vergangenes oder über Schritte, die man in die falsche Richtung gegangen ist, nachzudenken.

Das Leben geht weiter,ich hab Erfahrung und Erkenntnisse gewonnen. Ich hoffe, dass  mein Kopf auch endlich mal begreift, dass man nicht über alles hundertmal nachdenken muss, da es an der Sache nichts ändern wird. Die Welt ist wie sie ist, kalt und grausam. Doch ohne die Sonnenstrahlen (meine  Freunde, die immer noch da sind und mir Halt geben) wäre diese Welt nicht lebenswert. Ich danke euch, die in dieser Zeit zu mir standen, meine Stimmungsschwankungen ertrugen und mich zum Lächeln brachten. Danke!

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~ von Katinka - 17 August, 2013.

Eine Antwort to “henkinen kipu ja särky”

  1. „Ich habe gelernt, Menschen zu vertrauen und ihnen meine Seele zu zeigen, diesen Fehler werde ich nun nicht mehr machen.“

    Ich denke, es ist ein Fehler, so zu denken. Sicher, man sollte kein Seelenstrptease vor allen machen, dennoch ist es, glaube ich, wichtig, sich für andere zu öffnen, auch, um korrigiert zu werden, eine andere Sicht über sich selbst und die eigene Situation zu bekommen. Verschließt man sich dem, schmort man nur noch im eigenen Saft und „verkauzt“. Dann wird es zunehmend einsam um dich herum, obwohl du vielleicht noch Menschen „Freunde“ nennst. Freunde sind dazu da, zu vertrauen, nur sollte man bei der Auswahl ziemlich behutsam sein, ich kann ebenfalls ein Liedchen davon trällern.

    „Der Schmerz hat mich wieder stark gemacht und ich hoffe, dass sich diese Gedanken, die mich zurzeit noch quälen und nicht schlafen lassen, bald in Luft auflösen. “

    Ich denke nicht, daß Schmerz „stark machen“ kann. Es ist vielleicht ein starkes Gefühl, doch starke Gefühle gaukeln einen maximal vor, stark zu sein. Ich halte es für eine viel größere Stärke, Schwächen (offen) zugeben zu können, es ist ja schließlich nicht schlimm und Schwächen hat jeder. Das bedeutet jedoch nicht, daß man sich auf den Schwächen „ausruhen“ sollte, man hat eben Felder, an sich zu arbeiten. Nicht mehr, nicht weniger.

    (Menschlicher) Haß ist ein schlechter Berater, tut er doch mit einem das, was man im Grunde vergessen will: Schlechte Dinge in Errinnerung rufen, Dinge nachtragen, die einen nur belasten. Im Grunde ist das doch doof, an Dingen festzuhalten, die einen belasten. Der einzige Weg, dem zu entgehen ist Vergebung und Loslassen.

    Ich mag dich, Katinka, weil du so bist, wie du bist ;).

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