Unelma

Ich denke oft, dass du deine Träume aufschreiben solltest. Mit den ganzen Dingen, die du so träumst, kann man ein ganzes Buch füllen. Ob es nun gute oder schlimme Träume sind, sie besuchen uns so gut wie jede Nacht. Mal erinnerst du dich daran, mal nicht. Mal willst du sie vergessen, doch sie verschwinden nicht. Es gibt Erinnerungen, die du in deinem Unterbewusstsein nachts verarbeitest oder die erst nachts wieder deutlich werden, vor allem wenn du sie verdrängt hast. Vielleicht denkst du, dass dir deine Träume was sagen, doch oft ist es nur ein Schrei deiner Seele, eine Manifestation deiner Ängste und Wünsche.
Ich habe noch lange über den Traum von heute Nacht nachgedacht, doch je mehr ich mich darin verliere desto unangenehmer wird es. Daher habe ich mich entschlossen ihn aufzuschreiben, damit ich ihn so vielleicht vergesse bevor ich mich das nächste Mal zur Ruhe bette. Dieses Gefühl, das ich in diesem Traum gespürt habe, war schrecklich und ich will das nicht nochmal erleben. Es war (zum Glück) nur ein Traum, ich will mir nicht vorstellen wie dieses Gefühl in Real wäre wenn mir wirklich so etwas passieren würde.
Es war alles sehr verschwommen, anscheinend war ich in meinem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin. Ich war bei meinen Eltern zu Besuch, die Situation war sehr angespannt – ich weiß nicht warum. Sie wollten Fußball schauen und ich sollte gehen, doch ich wollte über etwas mit ihnen reden. Ich sagte dann irgendetwas gegen den Fußball und die Stimmung wurde eisig. Sie fühlten sich angegriffen und verbannten mich aus dem Haus. Sie sagten, sie wollten mich nie wieder sehen. Ich war total verwirrt und auch schockiert, dachte aber es sei nur eine Kurzschlussreaktion. Ich klingelte, klopfte an die Tür doch keiner öffnete mir. Mittlerweile war es stockdunkel und irgendwie war ich nicht mehr im Dorf. Das Haus stand einsam in einem Wald. Um mich herum ächzten die Bäume. Ihre Wipfel wogen leise über mir im Wind. Ich fühlte mich einsam. Der Hoffnung beraubt, drehte ich mich um und machte mich auf den Rückweg. Dorthin, wo ich noch willkommen war – zu meinem Ein und Alles. Ich wollte mich bei ihm melden und erzählen was passiert war. Die Nacht war eisig und es dauerte bis ich seine Nummer in meinem Handy gewählt hatte. Das Licht des Hauses war verschwunden, ich lief auf Gras geradeaus in die Dunkelheit. Die Baumstämme schienen wie stumme Zeugen. Als ich ihn erreichte, schien er über alles Bescheid zu wissen – ich musste nichts erzählen. Sein einziger Satz war: „Jetzt weißt du endlich mal wie es ist, einsam zu sein, verlassen von allen. Auch ich will dich nicht mehr.“ Mein Herz setzte aus und mir wurde übel. Ich wollte antworten doch er legte auf. Ich versuchte mit zittrigen Händen und Tränen in den Augen, ihn wieder anzurufen, doch die Nummer war nicht mehr vergeben. Als ich merkte, dass ich ihn nirgends erreichen konnte, drehte ich mich um, wollte zum Haus zurück, doch ich war zu weit gelaufen. Mich umhüllte Dunkelheit. Ich tastete mich vorwärts, stieß an kalte Baumrinde. Ich lief und lief, doch kam nirgends an. Mein Herz setzte aus, als mir Tränen übers Gesicht liefen und ein Schrei meine Seele befreite.
Dieser Traum war ziemlich greifbar. Als ich aufgewacht bin, pochte mein Herz als wär ich stundenlang gerannt. Sofort ergriff mich Angst und ich schaute auf mein Handy. Alles gut, mein Ein und Alles hatte mir vor ein paar Minuten eine nette Guten-Morgen-Nachricht geschrieben. Ich war beruhigt und überglücklich aber dennoch beschäftigte mich der Traum den restlichen Tag. Ich würde es nicht als Albtraum beschreiben, sondern eher als ein Spiegelbild meiner Ängste trotzdem habe ich gerade Furcht vor der kommenden Nacht. Schlafen ist ein Trieb der dich am Leben erhält. Du musst also irgendwann schlafen – nur vielleicht dann, wenn dein Gehirn schon so müde ist, dass es keine Kraft mehr für Manifestationen hat.

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~ von Katinka - 25 Juni, 2014.

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